Test und Technik

Brawa 1710 - BR 643 "Talent" der Deutschen Bahn AG
Brawa 1710 - BR 643 "Talent" der Deutschen Bahn AG
Vorbild
In den letzten Jahren hat sich das Bild im öffentlichen Schienenpersonennahverkehr sichtbar verändert. Durch das Aufkommen privater Verkehrsträger, aber auch durch die Deutsche Bahn AG selbst entstand ein hoher Bedarf an Nahverkehrstriebwagen. Viele Hersteller haben darauf reagiert und mehr oder weniger erfolgreich Modelle in umfangreicher Zahl auf den Markt "geworfen". Dabei ist "geworfen" durchaus ernst zu nehmen, da es vielen Produkten an der nötigen Reife fehlte. Zu den erfolgreichen und vielleicht elegantesten Fahrzeugen zählt sicherlich der Talent der Firma Bombardier Transportation (ehemals Talbot). Der Talent ist bei verschiedenen Bahnen im In- und Ausland in zwei- und dreiteiliger Form im Einsatz. Die Deutsche Bahn AG beschafft den dieselmechanischen BR 643 für den Einsatz auf Nebenstrecken und den dieselelektrischen BR 644 für den S-Bahn ähnlichen Einsatz in Ballungsgebieten. Das Vorbild des Modells trägt die Betriebsnummern 643 004-5 (943 004-2 für den Mittelwagen und 643 504-4 für den 2. Steuerwagen).
Magazin "Die Regio-Triebwagen"
Zum Talent gibt es auch "Lesestoff":
Das Eisenbahn-Journal hat auch diesen Themenkomplex erkannt und bietet das Sonderheft 1/2000 "Die Regio-Triebwagen" an. Neben anderen Bauarten wird auch dem Talent genügend Platz eingeräumt. Auch dieses Heft zeichnet sich durch sehr gutes Bild- und Datenmaterial aus und kann uneingeschränkt empfohlen werden.

Eine weitere Empfehlung ist das Buch "Regionaltriebwagen - Neue Fahrzeuge für Deutschlands Nahverkehr" des Transpress-Verlages (ISBN 3-613-71089-7). Dieses Werk zeichnet die Entstehungsgeschichte der einzelnen Bauarten auf und beschreibt in sehr ausführlicher Form die konstruktive Durchbildung. Ergänzt wird das Ganze durch Dreiseitenrisse der beschriebenen Muster, wodurch direkte Vergleiche möglich sind.

Modell
Talent-GelenkDas Brawa-Modell zeichnet sich durch eine gelungene Farb- und Formgebung aus. Der dreiteilige Wagenkasten ist sehr gut lackiert und beschriftet. Obwohl der Triebwagen eigentlich keine richtigen Details bietet, hat es Brawa verstanden, alle wesentlichen Feinheiten nachzubilden. Dazu gehören die sehr feine, aber auch empfindliche Scharfenbergkupplung, die Drehgestelle mit den enggekuppelten Wagenkästen oder aber die Abgashutzen auf dem Dach. Auch die Führerstände und Zielanzeiger sind nachgebildet. Damit die Antriebstechnik verborgen bleibt, sind die Fenster vorbildentsprechend getönt.

Angetrieben wird das Modell durch einen 3-poligen schräggenuteten Motor mit Schwungmasse, der für wirklich ausgezeichnete und geschmeidige Fahreigenschaften sorgt. Genauso wie sein Vorbild gleitet der Modell-Talent über die Gleise und kommt sanft am Bahnsteig zum Halt. Die Beleuchtung ist schon bei geringer Geschwindigkeit wirksam und die Fahrgeräusche sind sehr dezent.

Beim Umgang mit dem Modell ist jedoch große Vorsicht geboten, nicht umsonst hat Brawa eine aufwändige Verpackung gewählt. So muss das Modell wirklich vorsichtig mit der Folie aus dem Styroporblock gehoben und am besten auf einer Unterlage zu den Gleisen getragen werden, sonst knickt der Zug auseinander. Auch die feinen Hebel der Kupplungen müssen beachtet werden.

Fazit
Kurze Rede: Das Modell selbst lässt keine Wünsche offen, es bleibt nur der Wunsch nach weiteren Varianten und nach der Schwesterbaureihe 644, die schon in H0 realisiert ist. Das Preis-/Leistungsverhältnis ist angesichts der reifen Leistung sehr gut.

Zusammenfassung
sehr gut
gut
befriedigend
ausreichend
mangelhaft
Detaillierung
 
 
 
 
Beschriftung
 
 
 
 
Fahreigenschaften
 
 
 
 
Wartungsfreundlichkeit
 
 
 
 
Preis-/Leistungsverhältnis
 
 
 
 
Gesamturteil
 
 
 
 

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