Brawa 1300 - BR 132 der DR |
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Die in Eisenbahnerkreisen wegen Ihrer
Herkunft "Ludmilla" genannte Baureihe 132 (später BR 232)
wurde ab 1973 von der Lokomotivfabrik Woroschilowgrad an die Deutsche Reichsbahn
geliefert. Insgesamt wurden 709 Exemplare beschafft. Die Baureihe 132 unterscheidet
sich vor der Vorgängerbaureihe 131 durch die integrierte Zugheizeinrichtung.
Der Einsatzzeitraum reicht bis in die Gegenwart, auch wenn eine grosse Ausmusterungswelle
begonnen hat und nur noch wenige modifizierte Exemplare zu finden sind.
Mittlerweile sind auch viele "Ludmillas" bei privaten Bahngesellschaften
zu finden, die zum Teil aus ausgemusterten Beständen anderer ehemaligen
RGW-Ländern rekrutiert wurden und mit ihrer zum Teil sehr bunten und
gelungenen Farbgebung für Abwechslung auf den Schienen sorgen. Einen
dieser "Paradiesvögel" der Bahngesellschaft Waldhof BGW hat
der Modellhersteller BRAWA sowohl in H0 als auch in N als Verbandsmodell
realisiert (s.u.) - ein sehr empfehlenswertes Modell - mehr davon! Das Vorbild
des hier besprochenen Modells mit der Betriebsnummer 132 410-0 wurde am
30.09.76 endabgenommen und in Leipzig Süd in Dienst gestellt.![]() Übrigens: Wer sich für die Entwicklungsgeschichte und den Einsatz der BR 232 bei der Deutschen Reichsbahn und der Deutschen Bahn AG interessiert, dem kann ich das Baureihen-Special 3/99 des Hermann Merker-Verlages (ISBN 3-89610-047-5) empfehlen. Es enthält sehr viele schöne Aufnahmen und technische Beschreibungen in hoher Qualität und ist für 22,80 DM im Buchhandel oder direkt beim Verlag erhältlich. Ein weiteres literarisches "Bonbon" ist das vor kurzem vom Eisenbahn-Kurier herausgebrachte Buch "Die V 300-Familie der Deutschen Reichsbahn" (ISBN 3-88255-130-5). Die Stärken dieses Buches sind seine Ausführlichkeit und der statistische Anhang. Beschrieben werden auch die Hintergründe, die zur Beschaffung der sowjetischen Diesellokomotiven führten. Schliesslich sei noch das Werk "Baureihen 220, 232/234" (ISBN 3-344-71043-5) genannt, das im Stuttgarter Transpress-Verlag erschienen ist. Neben der "Ludmilla" wird auch die Geschichte des Vorgängers - der "Taigatrommel" umfassend beschrieben. Das Buch zeichnet sich durch gute Illustrationen - besonders im Hinblick auf Bauartunterschiede - aus. |
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| Das Brawa-Modell gibt den Ablieferungszustand
der 132 410-0 im Jahr 1976 - also in der Epoche 4 - wieder. Beim Auspacken
des Modells habe ich die erste positive Überraschung erlebt, denn dem
Modell liegen die charakteristischen Aussenspiegel bei - ein in der N-Sparte
zumindest unter den Serienmodellen bisher einmaliger Fall. Zwar erfordert
die Montage der Aussenspiegel etwas Geschick und Geduld, aber die auffälligen
Details verfehlen ihre Wirkung nicht. Nur entgleisen und umfallen darf die
Lok nicht... Bei genauerer Betrachtung des Modells fallen weitere Besonderheiten auf. So besitzt die Lok in weisser Farbe bedruckte Radreifen, was allerdings im normalen Einsatz vom "Feldherrenhügel" (sprich Fahrpult) kaum wahrnehmbar ist. Überhaupt kann das hervorragende Finish der Lok begeistern, sowohl die Farbgebung und Bedruckung sind ohne Fehl und Tadel und repräsentieren den Stand der Technik. Das gilt auch für die Gravur des Gehäuses und der Drehgestellblenden mit der im Gegensatz zu einem Mitbewerber korrekten Anordnung der Federpakete und Trittstufen. Das Modell unterscheidet sich von den Epoche 5-Brüdern im Brawa-Programm auch in der Frontgestaltung, da dort die auf der Lokführerseite befindlichen Aufstiege wie beim damaligen Vorbild noch nicht montiert sind. Weitere Pluspunkte sammelt das Modell durch die korrekte Ausführung der Seitenfenster, die Nachbildung der Indusi-Magnete, bedruckte Drehgestellrahmen und durch die sehr gute Ausgestaltung des asymmetrischen Lokrahmens. Wer will kann den in den Seitenfenstern sichtbaren Motor abdunkeln. Die nächste angenehme Überraschung erlebt man beim Betriebseinsatz, denn das Modell besitzt wirklich butterweiche Fahreigenschaften und einen sehr ausgeglichenen Fahrbereich. Das Beschleunigen und Verzögern macht einfach Spass und man kann sich fast lautlos zum Ankuppeln an die Waggons heranschleichen... Die Geräuschkulisse ist deutlich unauffälliger als bei anderen BRAWA-Modellen und die Beleuchtung ist schon im unteren Fahrbereich sichtbar, allerdings mit einem leichten Grünstich. 4 Haftreifen sorgen für eine gute Zugkraft. Das Gehäuse kann durch Abziehen der Puffer und vorsichtiges Spreizen leicht entfernt werden. Angetrieben wird das Modell durch einen schräggenuteten Motor ohne Schwungmasse. Ein Digitaldecoder kann nachträglich eingebaut werden. Insgesamt wirkt die Konstruktion aufgeräumt und durchdacht - kurzum seriös. Mittlerweile sind bei Brawa weitere Varianten der Baureihe 132 in Form privater Bahngesellschaften erschienen:
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| Das Modell kann in allen Belangen überzeugen.
Sowohl die optischen als auch die technischen Qualitäten befinden sich
auf einem sehr hohen und zur Zeit konkurrenzlosen Niveau. Es ist erstaunlich,
welche Mühe sich die Entwickler bei der Modellumsetzung gemacht haben,
was auch für die anderen 132 (232)-Modelle und ganz besonders für
das Set 1412 mit den verschiedenen Gehäusen gilt, aber leider in der
Fachpresse nie hervorgehoben wird und somit bedauerlicherweise untergeht!
Das Modell ist die zur Zeit beste Nachbildung der Baureihe 132. Somit erhält
man für etwa 90 bis 110,- EURO einen sehr guten Gegenwert. |
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