Brawa 1422 - V 100 (110) der DR |
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| Die Entwicklung neuer Diesellokomotiven
hatte sowohl bei der DB als auch bei der DR eine hohe Priorität, um
den Traktionswechsel vorantreiben zu können. Dass dies manchmal in
ähnlicher Weise geschah, zeigt das Beispiel der Baureihen(n) V 100,
obwohl beide Lokomotivfamilien doch im Detail eine hohe Eigenständigkeit
aufweisen und ein charakteristisches Erscheinungsbild haben. Während
ihre westlichen Schwestern etwas zierlich wirken, besitzt die "Petroleum-P8"
wegen der wuchtigeren Vorbauten und der im Verhältnis dazu flach wirkenden
Kabine ein bulligeres und gedrungeneres, aber nicht minder gefälligeres
Aussehen. Die V 100 der DR wurde als Universalmaschine konzipiert, die besonders auf Nebenstrecken die zum Teil erheblich veralteten Dampfloks ablösen sollte und konnte. Im Verlauf der Jahre entstanden weitere Neben- bzw. Unterbaureihen, die das gesamte Einsatzspektrum vom Nebenbahndienst über den mittelschweren Rangier- und Streckendienst bis hin zur Wahrnehmung bahndienstlicher Aufgaben (tolle Umschreibung für Plackereien wie Schneefräsen und Grabenräumen) abdeckten. Einige der Loks wurden umgespurt und versehen als "Harzkamele" ihren Dienst auf der Brockenbahn- bzw. Harzquerbahn. ![]() Das Vorbild des hier besprochenen Modells mit der Betriebsnummer V 100 025 und der Fabrik-Nr. 11234 wurde am 02.04.67 in den Dienst gestellt und schliesslich nach 28 Jahren am 30.11.95 z-gestellt und an das sächsische Eisenbahnmuseum in Chemnitz Hilbersdorf verkauft. Wer sich näher mit der Baureihe V 100 der Deutschen Reichsbahn auseinander setzen möchte, dem sei das gleichnamige Buch aus dem Transpress-Verlag von Manfred Weisbrod (ISBN-Nr. 3-613-71076-5) empfohlen. Dort wird die Geschichte der gesamten Baureihenfamilie und deren Bewährung und Verbleib beschrieben. Weitere interessante Informationen zur Baureihe V 100 der DR finden Sie im Sonderheft 7/95 des Eisenbahn-Journals (ISBN 3-922404-80-4). |
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Das Brawa-Modell gibt den Zustand zum Zeitpunkt der Indienststellung
in der Epoche 3 wieder. Unterscheidungsmerkmale zu den bereits ausgelieferten
Varianten der Epochen 4 und 5 sind das schwarz abgesetzte Fahrwerk und
die doppelten hellelfenbeinfarbenen "Rallyestreifen", die dem Modell ein
schlichtes und trotz seiner Kantigkeit elegantes Aussehen verleihen. In
Kombination mit Pikos seit langer Zeit nicht mehr lieferbaren Doppelstockwagen
oder mit einigen Donnerbüchsen lässt sich ein typischer DR-Personenzug
der späten sechziger Jahre nachbilden. Bedruckung und Lackierung
sind absolut einwandfrei ausgeführt. Die Gravur des Gehäuses
lässt ebenso keine Wünsche offen, allerdings sollten die Griffstangen
am Umlauf doch etwas feiner sein, aber dann brechen sie ja sowiese ab... Das Modell wird von einem 5-poligen schräggenuteten Motor ohne Schwungmasse angetrieben, was aber aufgrund des guten Regelbereiches und der Stromabnahme kein Problem darstellt. Die Kraft des Motors wird über Schnecken und Stirnräder auf alle 4 Achsen übertragen, die mit 2 Haftreifen belegt sind und für eine gute Zugkraft sorgen. Die Geräuschkulisse ist allerdings etwas "ausgeprägter" als bei den anderen Brawa-Modellen, aber Schallschutz war damals sowieso ein Fremdwort... Die Beleuchtung ist schon bei geringer Geschwindigkeit gut sichtbar, hat aber auch einen deutlichen Gelbstich. Das Modell lässt sich leicht zerlegen und warten. Digitalbahner werden eine Schnittstelle vermissen, wobei die Umrüstung aber sicherlich etwas aufwändig wird, da Platz durch Fräsen geschaffen werden muss. Ansonsten wirkt die Konstruktion durchdacht und aufgeräumt. |
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| Das Modell der V 100 der DR kann vollständig
überzeugen. Es zeigt, dass auch Modelle ohne Schwungmasse sehr gute Fahreigenschaften
haben können, was anderen Herstellern noch nicht mal mit einer Schwungmasse
unbedingt gelingt. Die Optik des Modells ist ausgezeichnet und entspricht
dem technischen Standard. Wegen der Leistungen und des guten Preis-/Leistungsverhältnisses
habe ich mir alle 3 Varianten des Modells zugelegt und nichts bereut. Ich
hoffe, dass weitere Varianten (z.B. V 100 003, 298 etc.) folgen, denn diese
epochenüberlebende Baureihe hat es wirklich verdient. |
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