Test und Technik

Microsoft Train Simulator

Microsoft Train Simulator
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Von vielen Eisenbahnfans schon lange erwartet ist nun der Microsoft Train Simulator endlich in der deutschen Fassung lieferbar. Die ersten Berichte über das neue Projekt der Redmonder ließen aufhorchen, denn die geplanten und nun umgesetzten Spezifikationen stellen meiner Meinung nach alle anderen Eisenbahn-Simulationen durchaus in den Schatten. Insofern sind die in den letzten Tagen verschiedentlich in Internetforen auftauchenden Meinungen mit einer gewissen Vorsicht zu geniessen, denn die Beurteilung hängt von einigen Voraussetzungen ab. Doch zunächst hier die Fakten:

Der Microsoft Train Simulator ist eine Eisenbahnsimulation, die sich - wenn auch in zum Teil vereinfachter Form - an den Betrieb realer Vorbilder orientiert. Es sind 6 Szenarien (sprich Strecken) abgebildet:
  • Marias Pass in Montana, USA - Jetztzeit
  • Northeast Corridor im Nordosten der USA - Jetztzeit
  • Innsbruck - St. Anton, Österreich - Epoche 2
  • Settle & Carlisle, England - Epoche 2
  • Tokio - Hakone, Japan - Jetztzeit
  • Hisatsu-Line, Japan - Jetztzeit
Die Strecken werden durch unterschiedliche Traktionsarten (Dampf-, Diesel- und E-Loks bzw. Triebwagen) befahren. Dass keine deutschen Strecken vorhanden sind, ist zwar bedauerlich, aber dank der offenen Architektur des Systems ist es möglich, umfangreiche Szenarien selber zu planen, Landschaften zu generieren und Aktionen und Fahrpläne einzufügen. Die Möglichkeiten sind dabei sehr umfangreich, die entsprechenden Programmierwerkzeuge erfordern jedoch einige Einarbeitungszeit. Im Internet sind bereits die ersten Fahrzeuge und demnächst auch Strecken auffindbar.

Weiterhin lassen sich Tageszeit, Witterung und viele andere Parameter einstellen. Je nachdem wie schnell der eingesetzte Rechner ist (Testrechner: Pentium III mit 600 MHz, 256 MB RAM, Geforce-Grafikkarte), lassen sich viele Effekte beobachten:
  • Straßenfahrzeuge, die an Bahnübergängen halten
  • Wild, das die Gleise überquert und erschreckt in den Wald springt, wenn man hupt
  • Üppige Vegetation und eine sehr real wirkende Landschaft
  • Beleuchtungseffekte, die sich besonders bei Dunkelheit auswirken
  • komplexe Geräuschkulisse (bei den Dieseltriebwagen braucht man Gehörschutz)
  • Rauchende Dampfloks mit bewegten Treibstangen, "entgleisbare" Züge u.v.m.
Bahnübergang An Bahnübergängen halten Kraftfahrzeuge und fahren weiter, sobald das Zugende vorbeigerollt ist.
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Nachtfahrt In der Dunkelheit entstehen sehenswerte Effekte, besonders dann, wenn es schneit und Wild auf den Gleisen steht.
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Streckenblick Es gibt eine Vielzahl von auswählbaren Perspektiven, die für Streckenfahrten und Rangiermanöver erforderlich sind.
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Brücke Hier dampft der Venice-Simplon-Express über eine Brücke, die von stilgerechten Autos unterfahren wird.
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Acela Der Acela ist der Hochgeschwindigkeitszug der AMTRAK und befährt den Nordost-Korridor der USA.
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Acela-Konsole Das Fahrerpult des Acela. Alle wichtigen Schalter und Hebel lassen sich mit der Maus anfassen.
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Die Fahrdynamik ist beeindruckend, die Schwere der Fahrzeuge wirkt sich genauso aus wie die Witterung. Allerdings ist der Train Simulator kein 5 Minuten-Spiel, d.h. wer etwas sehen will und die Strecken nach allen Regeln befahren und die gestellten Aufgaben (Missionen) erfüllen möchte, muss viel Zeit und Geschick mitbringen, da die Strecken in Echtzeit befahren werden und die Entfernungen real sind. Gerade die amerikanischen und japanischen Strecken weisen einen hohen Grad an Komplexität auf. Anders als bei Flugsimulatoren bewegen sich die Züge vorbildgerechterweise langsamer. Dies hat zum Vorteil, dass die Bildrate meist recht hoch ist und flüssige Bilder garantiert. Einzig in den Städten machen sich Ruckler bemerkbar.

Fazit
Wenn man sich die Eigenschaften des Microsoft Train Simulators anschaut und sich mit dem Programm etwas näher beschäftigt hat, stellt sich die Frage nach der Ursache der oben bereits angesprochenen Kritik einiger Anwender. Wer deutsche Bahnlinien befahren will, und dabei auch nicht auf solche Dinge wie LZB, Indusi, Buchfahrplan etc. verzichten möchte, sollte sich andere Programme wie RailSim odre ZuSi anschauen. Wer hingegen einfach nur Freude am Zugfahren hat und ein Programm sucht, das neben einer wirklich phänomenalen Grafik auch die Simulationsanteile nicht zu kurz kommen lässt, der kommt am Train Simulator nicht vorbei. Für einen Preis von ca. 100,- DM erhält man einen sehr guten Gegenwert.
 
Zusammenfassung
sehr gut
gut
befriedigend
ausreichend
mangelhaft
Grafik
       
Sound
       
Realismus  
     
Stabilität/Lauffähigkeit
       
Dokumentation    
   
Langzeitmotivation
       
Preis-/Leistungsverhältnis
       
Gesamturteil
       

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