![]() Brawa 1610 - BR 65.10 der DR |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Die Deutsche Reichsbahn musste genauso
wie die Bundesbahn Anfang der fünfziger Jahre den überalterten
Dampflokpark durch modernere Bauarten ablösen, bevor der Wechsel zur
Dieseltraktion einige Jahre später möglich wurde. Hierzu wurde
wie im Westen ein entsprechendes Neubau-Typenprogramm aufgestellt, von dem
letztendlich 5 Baureihen realisiert worden sind. Dazu gehört auch die
Baureihe 65.10, die vorwiegend für den schweren Personenzugdienst vorgesehen
war. Kennzeichen dieser Baureihe war ihr hohes Beschleunigungsvermögen,
welches besonders im Berufsverkehr vor Doppelstockzügen benötigt
wurde. Trotz erheblicher Anfangsprobleme bewährten sich die Lokomotiven.
Insgesamt wurden 88 Maschinen gebaut. Das
Vorbild des Modells mit der Nummer 65 1049-9 wurde am 12.09.1956 abgenommen
und war zuletzt in Erfurt stationiert. Sie ist als Traditions- (sprich:
Museums-Lok) erhalten geblieben.Zwei Publikationen beschäftigen sich mit der Baureihe 65.10: Das schöne Sonderheft "Die Baureihen 65, 66 und 65.10" des Eisenbahn-Journals (Special 4/89) und das lang erwartete Buch "Neubau-Dampfloks der Deutschen Reichsbahn" des Transpress-Verlages (ISBN 3-613-71129-X). In diesem Buch werden die im Neubauprogramm vorgesehenen und realisierten Baureihen 23.10, 25, 50.40, 65.10 und 83.10 ausführlich beschrieben. Umfangreiches Bildmaterial in guter Qualität und umfassende Statistiken runden das Werk ab. |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Das Brawa-Modell gibt den Zustand des
Modells der Epoche 4 bzw. den jetzigen Zustand als Traditionslok mit allen
epocheabhängigen Details wieder und kann daher auf Reichsbahn-Anlagen
der Epoche 4 und als Zuglok für Plandampffahrten in der Epoche 5 eingesetzt
werden.![]() Die Lackierung und Beschriftung des Modells ist gelungen, obwohl einige aus Kunststoff gefertigte Fahrwerksbauteile einen anderen Rotton aufweisen als z.B. das Drehgestell aus Metalldruckguss. Das seidenmatte Gehäuse hebt die vielen Details hervor, dazu gehören auch die feinen Haltestangen auf den Wasserkästen. Auffallend ist auch die Ausbildung der halbverbrauchten Kohlevorräte mit der sichtbaren Verstrebung - ein Detail, das ansonsten bei anderen Modellen meist wegen der darunter befindlichen Antriebstechnik nicht realisiert ist. Kaum eine Dampflok fährt haufenweise Kohle durch die Gegend, zumindest nehmen die Vorräte recht schnell ab, was angesichts der starken Steigungen auf Modellgleisen kein Wunder ist... Das Fahrwerk zeigt allerdings Kontraste: Während die Treib- und Kuppelstangen äusserst fein ausgeprägt sind, machen die Räder aufgrund des verwendeten Kunststoffes und der fehlenden Lackierung der Radreifen einen etwas klobigen Eindruck, der sich mit ein wenig Farbe aber deutlich mildern lässt. Erst bei genauerem Betrachten fällt das Fehlen der Aufstiegsleitern auf, die anders als beim Fleischmann-Modell der BR 65 wegen der Auslenkung des hinteren Drehgestells weggelassen worden sind. Die Lok wird durch einen 3-poligen schräggenuteten Motor mit Schwungmasse angetrieben, der dem Modell eine sehr ausgeglichene Fahrweise verleiht. Gute Langsamfahreigenschaften und ein leises Laufgeräusch tragen ebenfalls zum guten Eindruck bei. Damit die Fahrkultur auch auf Weichenstrassen erhalten bleibt, haben die Konstrukteure die Stromabnahme über die Treibachsen und über die Drehgestellräder realisert. Die Beleuchtung des Modells wird bei mittlerer Geschwindigkeit sichtbar. |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Mit dem Modell der BR 65.10 schliesst Brawa
eine lange Zeit bestehende Lücke im Angebot. Endlich ist es möglich,
auch eine Neubaudampflok der DR neben den anderen Altbaulokomotiven einsetzen
zu können. Trotz kleiner Kompromisse ist das Preis-/Leistungsverhältnis
sehr gut. |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||