Test und Technik

Fleischmann 7052 - BR 62 der DB
Fleischmann 7052 - BR 62 der DB
Vorbild
Die Baureihe 62 wurde im Rahmen des Reichsbahn-Einheitslokomotivprogramms für den Schnellzugdienst zwischen Kopfbahnhöfen entwickelt. Ihr praktisches Einsatzgebiet war aber der Schnellzugdienst im Hügelland. Das Vorbild des Fleischmann-Modells trägt die Betriebsnummer 62 002 und wurde 1928 von Henschel im Rahmen einer Serie von 15 Maschinen gebaut. Nach dem Krieg verblieben einige Lokomotiven bei der Bundesbahn und verrichteten vorwiegend im Rheinland ihren Dienst. Aufgrund der geringen Stückzahl wurden die Loks als Splittergattung eingestuft und bereits bis 1956 ausgemustert. Nur bei der DR ist die 62 015 als Museumslok erhalten geblieben. Charakteristisch für die Baureihe 62 ist die unsymmetrische Anordnung der Treibachsen und die etwas "geduckt" wirkende Silhouette. Ihr Beschleunigungsvermögen und ihre Auslegung als Schnellzuglok brachten der Baureihe 62 den Spitznamen "Westentaschen-03" ein.

Zur Zeit gibt es keine speziell auf die Baureihe 62 zugeschnittene Publikation, was angesichts der geringen Stückzahl und des zumindest in Westdeutschland überschaubaren Einsatzzeitraumes nicht verwunderlich ist. Die Baureihen 38.10 (ehem. pr. P8) und 78 (ehem. pr. T18), die sie eigentlich ersetzen sollte, überlebten diese glatt um 20 Jahre!

Modell
Fleischmann bietet das Modell zunächst in der DB-Ausführung für Epoche 3-Modellbahner an. Das Modell verfügt bereits über Witte-Windleitbleche und entspricht dem Zustand kurz vor der Ausmusterung. Besonders in Verbindung mit den vierachsigen Abteilwagen aus dem gleichen Haus lassen sich vorbildgerechte und schöne Züge bilden.

BR 62-SeitenansichtDie optische Erscheinung ist Fleischmann-typisch gediegen und fast ohne Fehl und Tadel. Die seidenmatte Lackierung und die absolut lupenreine Beschriftung lassen keine Wünsche offen. Das Gehäuse weist alle relevanten Details auf, wobei die Sandfallrohre "nur" angespritzt sind, was aber erst unter der Lupe wirklich auffällt. Abgerundet wird der positive Eindruck des Gehäuses durch den freien Führerhausdurchblick. Die Liste der "Pluspunkte" setzt sich im Fahrwerksbereich fort - mit einigen Einschränkungen. So fällt zunächst auf, dass die Speichen der Vor- und Nachlaufachsen nicht durchbrochen sind. Dies ist insofern etwas unschön, da die Zwischenräume doch recht groß sind und entsprechend auffallen. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Fuge in der Rahmennachbildung zwischen der 2. und 3. Treibachse. Positiv ist die Tatsache, dass die Kuppelstangen und die Radsätze brüniert sind, was die Kontaktaufnahme nicht beeinflusst. Ein weiterer Kritikpunkt ist das Fehlen einer digitalen Schnittstelle, woraus sich ein nicht unerheblicher Umbauaufwand ergibt. Das ist angesichts des von Fleischmann angebotenen Twin-Systems etwas unverständlich.

Das Fahrverhalten ist sehr ausgeglichen und durch den guten Regelbereich lässt sich das Modell sauber über die Gleise navigieren. Die Fahrgeräusche halten sich dabei in Grenzen. Die Beleuchtung wird im mittleren Geschwindigkeitsbereich sichtbar.

Fazit
Das Modell kann in fast allen Belangen überzeugen. Einzig die Schwächen im Fahrwerksbereich trüben ein wenig den Gesamteindruck. Trotz dieser Einschränkungen ist das Preis-/Leistungsverhältnis sehr gut.

Zusammenfassung
sehr gut
gut
befriedigend
ausreichend
mangelhaft
Detaillierung
 
 
 
 
Beschriftung
 
 
 
 
Fahreigenschaften
 
 
 
 
Wartungsfreundlichkeit
 
 
 
 
Preis-/Leistungsverhältnis
 
 
 
 
Gesamturteil
 
 
 
 

 webmaster@boranet.de - © 2002 Bernd Borawski - Stand: 02.08.2002